Workshop Permakultur – Programmaenderung

Liebe Permakultur-Interessierte!

Kommenden Dienstag, 11.12. um 18 Uhr, werden wir uns wieder im Kaleidoskop zum Workshop “Permakultur-Basics und Möglichkeiten in der Stadt” treffen.
Da sich am selben Tag und zur selben Uhrzeit auch der Permakultur-Stammtisch trifft, haben wir kurzerhand beschlossen, diese beiden Termine zusammen zu legen. Wir freuen uns auf’s Kennenlernen und einen spannenden Austausch!
Und weil an diesem Abend von Seiten des Stammtisches ein Waldgarten-Vortrag geplant ist, werden wir unseren Programmschwerpunkt “Stadt-Mensch-Nautr-Raum-Macht” aufs nächste Mal, 18.12. um 18 Uhr, verschieben, und uns erst mal dem Thema Waldgarten widmen.
Auch zum “Zonieren” und “Sektorieren” in der Permakultur , für das wir beim letzten mal nicht mehr genug Zeit hatten, werde ich dann erst am 18.12 einen Input geben, bevor wir uns in der Diskussion den Grundfragen der Stadtgestaltung widmen, und das Verhältnis von Raum, Mensch, Natur und Macht in der Stadt beleuchten. Davor werde ich noch mal eine Zusammenfassung von letzten Termin am 04.12. über die Liste schicken, wo wir uns mit Projektplanung, Beobachtung, Analyse und “Random Assembling” bzw. “Data Overlay” beschäftigt haben, und uns in der Diskussion einige Fragen zum globalen Lebensmittelsystem gestellt haben, und über Ernährungssouveränität, ökologische Gerechtigkeit, Transparenz und gesellschaftliche Gestaltungsimpulse der Permakultur gesprochen haben. Ich möchte bei dieser Gelegenheit alle, die in den Kleingruppen mit diskutiert haben, dazu einladen, ihre Gedanken und Fragen, oder für sie wichtige Statements des Abends in ein paar Sätzen zusammen zu fassen und über die Liste zu schicken. Dadurch können auch die, die bei der Diskussion nicht dabei waren, ein paar Impulse aufschnappen, und wir fangen an, die Liste zu nutzen und zu beleben.

Ich freue mich auf eure Beiträge und auf einen interessanten Abend zum Thema Waldgarten!

Liebe Grüße, Sara

Forderungen der protestierenden Flüchtlinge

Die verschiedenen Gruppen und Aktivist*innen des Netzwerk KuKuMA unterstützen die Forderungen der selbstorganiserten Flüchtlinge!

mehr Infos finden sich unter: http://refugeecampvienna.noblogs.org/

twitter: #refugeemarch sowie #refugeecamp

Bewegungsfreiheit für alle Flüchtlinge! We will rise!

FORDERUNGEN DER PROTESTIERENDEN FLÜCHTLINGE

Wir sind Flüchtlinge, in Österreich angekommen um Asyl zu suchen und hier ein neues Leben aufzubauen. Unsere Länder sind zerstört, durch Krieg, Militärgewalt, und Armut aufgrund kolonialistischer Politik. Wir kommen aus Pakistan, Afghanistan, Somalia, Nigeria, Gambia, Syria, Kurdistan, Iran und anderen Ländern und sind nun hier im Flüchtlingscamp Traiskirchen. Wir dachten, dass wir in diesem Camp Hilfe und Unterstützung von Österreich bekommen, aber was wir hier gesehen und erfahren haben, ist, dass der österreichische Staat bisher nicht gezeigt hat, dass wir willkommen sind. Wir verharren im Flüchtlingscamp unter sehr schlechten Bedingungen.

Wir, die Flüchtlinge aus Traiskirchen erheben nun unsere Stimmen und fordern unsere Rechte. Wir verlangen von den Verantwortlichen folgende Verbesserungen:

1) Die Dolmetscher*innen, die während der Asylverfahren im Einsatz sind, müssen alle durch neue ersetzt werden. Diese Dolmetscher_innen arbeiten hier seit sehr langer Zeit, machen Witze über Betroffene. Es bestehen gravierende Kommunikationsprobleme. Die Dolmetscher_innen übersetzen teilweise absichtlich falsch – dies hat negative Auswirkungen auf die Gerichtsverfahren sowie die Interviews mit Behörden/Beamten. Die Folge sind oftmals negative Bescheide sowie schnelle Abschiebungen. Es gibt mehrere Fälle, in welchen in diesem Zusammenhang bereits innerhalb 2 Wochen der zweite negative Bescheid ausgehändigt wurde.

2) Nachdem Erhalt eines zweiten negativen Bescheides verlangt das Gericht von uns Gerichts- und Rechtsanwaltsgebühren in der Höhe von 220 zu zahlen. Im Falle einer Nicht-Erbringung kam es in mehreren Fällen zu Haftstrafen. Das ist inakzeptabel weil wir keine Kriminellen sind, uns ist es als Asylsuchende lediglich nicht erlaubt zu arbeiten. Wir fordern, diese Gebühren nicht mehr zahlen zu müssen.

3) Alle Abschiebungen müssen gestoppt werden. Es muss den Menschen möglich sein, hier zu bleiben oder in ein weiteres Land zu gehen.

4) Wir fordern mehr Dolmetscher_innen für Arztbesuche, insbesondere Übersetzer_innen der Urdu Sprache.

5) Wir fordern generell mehr Ärzte und Ärztinnen für Flüchtlinge.

6) Es gibt viele Überstellungen in abgeschiedene, ländliche Gegenden. Das muss gestoppt werden da vor Ort benötigte Infrastruktur nicht gewährleistet wird. Die Menschen haben keinen Zugang zu Rechtsanwälten oder Möglichkeiten zum Einkaufen. Das bedeutet für Flüchtlinge faktisch Isolation, da sie derzeit nicht zu benötigter Hilfe kommen.

7) Im Camp selbst müssen Deutschkurse und Berufsvorbereitungskurse mit Praxis-Schwerpunkt z.B. im handwerklichen Bereich eingeführt und abgehalten werden. Auch für die Deutschschule brauchen wir Übersetzer_innen.

8) Kinder von Familien, die im Camp leben, müssen in reguläre lokale Schulen mit ortsansässigen Kindern gehen können.

9) Das Essen muss gesünder und nahrhafter sein. Die Flüchtlinge müssen die Möglichkeit haben, sowohl selbst zu kochen als auch das Essen in ihre Zimmer mitzunehmen.

10) Saubere und gute Kleidung und Schuhe für alle Jahreszeiten muss zur Verfügung stehen.

11) Die Arbeitsbedingungen im Camp müssen verbessert werden und der Betrag, der für Reinigen und Kochen bezahlt wird ist nicht ausreichen.

12) Tickets für den Öffentlichen Verkehr müssen unentgeltlich angeboten werden, zumindest für 3 Tage, so das jede und jeder die Möglichkeit hat, das Land, die Menschen, deren Leben kennenzulernen. So ist es auch möglich, zu Rechtsinformationen zu kommen und sich um den eigenen Fall rechtlich zu kümmern.

13) Wir benötigen einen Friseur für Männer und Frauen.

14) Das Taschengeld in der Höhe von 40.- monatlich ist absolut nicht ausreichend und muss erhöht werden.

15) Wir benötigen dringend diverse Sanitärartikel. Artikel wie Nagelscheren, Spiegel,..

– es sind nicht einmal Spiegel in den Badezimmern vorhanden(!).

16) Im Flüchtlingscamp sind wir vom Rest der Welt isoliert weil wir keinen Internetzugang und kein Fernsehen haben. Wir benötigen beides, um Kontakt mit unseren Familien und Freunden zu haben. Obwohl wir im 21sten Jahrhundert leben haben wir keinen Zugang zu modernen Medien sowie modernen Formen der Kommunikation. Wir fordern freien Internetzugang in den Camps und TV mit Sat-Empfang um Informationen von der Welt zu erhalten.

Wir fordern diese grundlegenden Rechte von der österreichischen Regierung, der Europäischen Union, für Flüchtlinge weltweit. Wir ersuchen die österreichische Regierung, ihrer Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen nachzukommen.

Wir werden unsere Aktionen solange fortsetzen, bis unsere Stimmen gehört, und unsere Forderungen erfüllt sind.

Bewegungsfreiheit für alle Flüchtlinge!

We will rise!

21.November 2012

Workshopreihe Permakultur (in der Stadt)

Workshopreihe: Permakultur Basics und Möglichkeiten in der Stadt
Permakultur? – Findest du interessant, aber so genau weißt du eigentlich gar nicht, worum’s dabei geht? Diese selbstorganisierte Workshopreihe soll die Basics der Permakultur vermitteln, und ein erweitertes Verständnis von Stadt als Ökosystem und sozialem Raum eröffnen. Alle Termine können einzeln besucht werden, empfehlenswert für das Verständnis ist es aber, besonders beim ersten Termin dabei zu sein.

Wie, das kostet nix?
Genau. Die Workshopreihe basiert auf der Idee der Schenkökonomie. – Das heißt es kostet nix, sondern ist g-e-s-c-h-e-n-k-t. Wenn Kursteilnehmer*innen auf diesen Zug aufspringen möchten, sind sie gerne eingeladen, einander, die Referent*innen, die Spender*innen von Speis, Trank und Räumlichkeiten oder ganz wen anderen zu beschenken, je nachdem, wer was hat und wer was braucht.

Zeit und Ort:
Kaleidoskop, Schönbrunnerstraße 91, 1050 Wien
Der erste Termin findet am Samstag, 24.11.2012 um 15 Uhr statt. (Bitte seid pünktlich)
Die weiteren Workshops werden dann immer an einem fixen Wochentag stattfinden, der noch bekannt gegeben wird.

Kontakt: sara.schaupp@gmail.com

…und übrigens, hier noch eine Danksagung:
Danke, Netzwerk Kukuma, für die Unterstützung, ihr seid super!

Die Themen und Termine im Überblick:

1) Was ist Permakultur? Schwerpunkt Grundwissen – 24.11.2012
Wir sprechen bei unserem ersten Treffen über die Geschichte der Permakultur und über ihre Prinzipien und Gestaltungswerkzeuge im Umgang mit Mensch und Natur. Im Zentrum steht das bewusst Beobachten und Handeln in einem System, und die Fähigkeit einzelne Elemente nach dem Vorbild der Natur zu geschlossenen Kreisläufen zu verknüpfen.

2) Was ist Permakultur? Schwerpunkt gesellschaftliche Aspekte
Was lauft falsch an unserem globalen Nahrungsmittelsystem? Und wie kann permakulturelle Selbstversorgung und Kooperation als produktive Alternative für eine Gesellschaft aussehen?

3) Permakultur in der Stadt: Schwerpunkt Grundfragen der Stadtgestaltung (mit Perspektiven der politischen Ökologie und der Permakultur)
Wir beleuchtendas Verhältnis von Mensch – Natur – Raum und Macht, und wie das eine das andere beeinflusst. So versuchen wir die Stadt als „Zweite Natur“ zu verstehen, als menschlich geformten Raum, der dieses Verhältnis in einem aktuellen Zustand ausdrückt, aber auch eine historische Entwicklung erkennen lässt. Mit dieser Perspektive können wir lernen, in der Stadt zu „lesen“ – und sie bewusst neu zu gestalten.

4) Permakultur in der Stadt: Schwerpunkt Praxis
Wir schauen uns Beispiele urbaner Landwirtschaft an: Urban Farming in Detroit und Kuba (mit Hintergründen zur städtischen Entwicklung), und in Europa die „Essbaren Städte“ Andernach und Todmorden. Dazu gibt’s Bastelanleitungen für kreative Permakulturelemente in der Stadt. Lasst euch inspirieren!

5) Die Stadt als Ort der [kooperativen] Selbstversorgung:
Kein Platz für Permakultur in Wien? – Nix da! Wir suchen nach Permakultur-Nischen in Wien – draußen, drinnen, im städtischen „Freiraum“ und im zwischenmenschlichen Bereich. Gerade in der Stadt finden wir unzählige „offene“ Naturkreisläufe und gesellschaftliche Kreisläufe, die wir auf kreative Weise zu schließen versuchen können. An diesem Termin führen wir eine offene Diskussion: Was kann ich tun? Was will ich tun? Was fehlt mir?

6) Permakultur-Basics: Vertiefung und Wiederholung
a) Wir konzentrieren uns nochmals auf Elemente ökologischer Kreisläufe und ihre Beziehungen. Was macht stabile Kreisläufe aus? Zonierung und Sektorierung nach Permakultur-Prinzipien. Was sind meine persönlichen Instrumente, meine Ressourcen?
b) Phasen eines Projektes: Wie komme ich zu einem strukturierten Handeln und welche Möglichkeiten habe ich im Umgang mit Motivation und Frustration (Schwerpunkte hier auf Wunsch: Projektmanagement und Projektzyklen, oder Tiefenökologie nach Joanna Macy)

7) Permakultur-Planungsübung
Das Beispiel wählen wir gemeinsam, dann arbeiten wir in Kleingruppen zusammen und präsentieren einander unsere Ideen, Skizzen, Zugänge, Zeitpläne und Designs

… und wenn noch Zeit ist:

8) Projekt-Phase:
Alle konkreten Projekte, bei denen es gewünscht ist, werden an einem eigenen Termin in der Gruppe besprochen und weiter entwickelt. Das kann dann unter den Teilnehmer*innen selbstorganisiert weitergeführt werden.

der Guerilla Garten als informeller Lernort und sozialer Freiraum

Bachelorarbeit von Barbara Graf
Der Guerilla Garten als informeller Lernort und sozialer Freiraum

am Beispiel des Laengenfeldgartens in Wien
BACHELORARBEIT_GRAF_Version2012″ title=”Batchelorarbeit Barabara Graf v.2012″ target=”_blank”>>BACHELORARBEIT_GRAF_Version2012

RadioSendung: Subsistenz in Stadt und Land

zum Hören und weiter lesen unter: http://cba.fro.at/63698

Subsistenz oder genauer: Subsistenzwirtschaft ist eine Wirtschaftsform, in der für den eigenen Bedarf produziert wird.
Güter werden nicht – wie in der Marktwirtschaft üblich – gegen Geld getauscht, sondern gegen andere Güter.
Allerdings können auch in der Subsistenzwirtschaft Güterüberschüsse auf lokalen Märkten verkauft werden, um dann notwendige Investitionen, wie zum Beispiel Werkzeuge, Salz o.ä., tätigen zu können.
Eng verbunden mit der Subsistenzwirtschaft ist auch das Konzept der Ernährungssouveränität.

Sommerwoche 2012 – “so etwa?”

Kurzinfo:
Eine Woche lang, von Donnerstag bis Mittwoch, bietet die KuKuMA-Sommerwoche Raum zum austauschen und auszuspannen. Dabei sind alle eingeladen die auf respektvolle Art und Weise Zeit miteinander verbringen wollen. Diskriminierenden Verhaltensmustern soll kein Platz geboten werden, wer sexistische, rassistische, homophobe, transphobe, nationalistische oder autoritäre Umgänge bevorzugt – braucht gar nicht erst zu kommen, das erspart uns die Mühe des Rauswurfs.

“So etwa” möchte Raum bieten um voneinander zu lernen. Die Woche ist als OpenSpace gestaltet, das heißt allgemein werden verschiedene Ressourcen vorbereitet und zur Verfügung gestellt, was daraus gemacht wird liegt an allen Teilnehmenden. Neben einer funktionierenden Küche die mit einen Grundstock an veganen Nahrungsmitteln ausgestattet sein wird, gibt es einen Kinoraum, Infoladen, eine kreativ und Siebdruckwerkstatt, einen Audio/Party-, sowie Büro/Computer Raum.
Ergänzend dazu wird es während der ersten beiden Tage verschiedene Inputs darüber geben, wie Partizpative Projektarbeit und selbstorganierte Gruppenprozesse aussehen können. Dazu werden von uns Gruppen die unterschiedlichen Kontexten aktiv sind eingeladen (Siehe CALL-Projektgruppen /weiter unten). Nach den gemeinsamen Einstieg geht das Programm mit einem mehrtägigen Workshop zum Thema “Bezugsgruppen” weiter, ergänzend dazu können weitere Workshops, Ideen und Programmpunkte eingebracht werden (siehe CALL- Programm). Während der Projektwoche selbst ist die gesamte Koordination, Aktivitäten wie Essen-Kochen oder Putzen sowie die Gestaltung des Programms vollständig den jeweiligen Anwesenden überlassen. Ob es gemeinsame Treffen geben soll, wann gekocht wird, ob nur für sich selbst oder ob in einer Gruppe gemeinsam für alle Essen gemacht wird obliegt den Teilnehmenden.

Brief overview:
During one week, the KuKuMA summer days provide time and space for networking, exchanging and relaxing all along. Everyone is welcome who enjoys a respectful and non-discriminatory environment. Any authoritarian attitudes and behavior patterns that aim to discriminate others – such as racism, (hetero-)sexism, homophobia, transphobia, nationalism and speciesism won’t be tolerated – you will be evacuated from the event if you don’t agree with these principles.

So etwa wants to provide a safe environment for exchange and learning from each others – how can you put up a team, a project, how can you transform a cool idea into action? how to deal with problems of any sort in self-organised projects? The event follows the concept of an open space. That simply means that there will be enough different ressources for any use – it’s up to the participants to e.g. form a workshop etc.
There will be a basic stock of vegan foodstuff, there are different locations (infoladen, cinema, work shops/places, audio-room, computer-room…). During the whole week, the coordination, activities, cleaning-up and provision with food, program are self-organised – no one will cook for you or clean up after you! Everyone is asked to be self-responsible and creative 🙂
As for the program, there will be theme inputs about self-organised and participatory projects during the first two days – different groups and activist teams from different locations and contexts are invited (→OPEN CALL below) to share there experiences. There will be a workshop with the topic “reference groups” lasting several days – any other workshops are not fixed yet, it depends on the needs and ideas of participants.

CCC – Fahrad powerd Cinema im Laengenfeld

Wir freuen uns auf einen weiteren Kinoabend!

Am Samstag, dem 28. Juli, wird die Otto-Wagner-Backsteinwand zwischen Basketballplatz und Skatepark im Längenfeld projiziert!

Weitere Details zum Programm folgen an dieser Stelle!

http://cyclecinemaclub.wordpress.com/

ergaenzend gibt es einen infostand von ggardening-laengenfeld sowie lecker* versorgung mit einer solibar von KuKuMA – wir freuen uns schon!

Tag des kleinbäuerlichen Widerstands 17. April

Geschichte des 17. April
(von: http://17april.blogsport.eu/)

Am 17. April 1996 wurden in der Stadt Eldorado dos Carajas im Norden Brasiliens 19 Aktivisten der Landlosenbewegung MST (Movimiento dos Trabalhaderos Rurais Sem Terra) von Polizeikräften brutal ermordet. Mitglieder von La Via Campesina, die sich gerade zu ihrer zweiten internationalen Konferenz in Mexiko versammelten, antworteten mit dem Marsch auf die brasilianische Botschaft und riefen den 17. April zum internationalen Tag des Widerstands und der Aktion gegen alle Formen von Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung aus.

was passiert in Wien?

(von: https://at.indymedia.org/node/22717)

Aufruf zur Landbesetzung
– 17. April – Tag des kleinbäuerlichen Widerstands 2012 in Wien

Nehmen wir den 17. April, den Tag des kleinbäuerlichen Widerstands zum Anlass, um unsere Vorstellungen einer zukunftsfähigen und sozialen Stadt-Landwirtschaft in die Praxis umzusetzen.

Wir wollen auch in Wien diesen Tag nutzen um die Thematik Zugang zu Land hier und global zu diskutieren und uns konkret Zugang zu Land verschaffen und dieses dauerhaft beleben.

Wir sind gekommen um zu bleiben!

So sind wir Teil der globalen und lokalen Kämpfe um Land und den Landnahmen und vielfältigen Aktionen, die jedes Jahr am 17. April stattfinden.

Viele landwirtschaftliche Flächen in Wien sind aktuell Opfer der Bauspekulation, wie am Donaufeld sichtbar wird, wo fruchtbares Land weiteren, auf ökonomische Verwertungsinteressen ausgerichteten Bauprojekten weichen soll. Täglich gehen in Österreich 15 – 20 ha Boden unwiederbringlich als Bau- und Verkehrsfläche für die Landbewirtschaftung verloren. Das ist nicht nur für unser Ernährungssystem, sondern auch durch den Verlust des CO2 Speichers Boden für den Klimawandel eine folgenreiche Katastrophe.

Gerade in vielen westeuropäischen Städten sind Menschen von immenser Infrastruktur abhängig um ausreichend mit Lebensmitteln versorgt zu werden. Wir wollen zu einem dringend notwendigen Gegenentwurf beitragen, in dem Städte nicht verdichtet und verbaut werden, sondern einen großen Teil der Eigenversorgung tragen können. Vor der eigenen Haustüre. In sozialer Interaktion mit den Produzierenden, in Interaktion mit der Produktionsgrundlage.

Wir wollen
fruchtbares Land kollektiv beleben und bewirtschaften. In Österreich basiert die einzig gängige Praxis, Zugang zu landwirtschaftlichem Grund zu bekommen, auf Kapital. In anderen Regionen der Welt sind bereits andere, genauso reale und konkrete Mittel erprobt, wie Landbesetzungen der MST in Brasilien, besetzte, bewirtschaftete Flughäfenerweiterungsgebiete in Frankreich und England….uvm….

Wir wollen gemeinsam gärtnern und einen Raum für nachbarschaftliches Miteinander öffnen, indem wir miteinander und voneinander lernen können. Wir wollen Freund*innen und Nachbar*innen mit Gemüse versorgen und das Produzierenden – Konsumierenden – Verhältnis neu gestalten. Nachhaltige ökologische Landwirtschaft ist uns genauso wichtig wie ein gemeinsames, selbstbestimmtes Organisieren einer Lebensmittelproduktion, die allen gut tut (weil sie sich jeder Marktlogik entzieht.) Weiterhin wollen wir Werkstätten errichten (z.B. Eine Fahrradwerkstadt) und zusammen mit den Schüler*innen der benachbarten Schule zusammenarbeiten/zusammen garteln/ alternative Bildung möglich machen?? In unserem von leckerem Obst und Gemüser umwucherten Garten sollen Mutgeschichten von einer lebenswerten städtischen Zukunft erzählt werden …

Uns ist es wichtig, dass die Ideen, Träume und Wünsche von Kindern in der Gesellschaft gehört und gesehen werden. Deshalb wollen wir aktiv einen Raum schaffen, den Kinder mitgestalten.

Es gibt Kinderprogramm!

!!!Kommt zahlreich mit Freund_innen, Kindern, Saatgut, Lebensmitteln, guter Laune, Werkzeug,… bringt euch ein mit Ideen, Workshops und Diskussion und macht Musik, Theater, Jonglage und was euch sonst noch alles einfällt!!!

Dienstag, 17. April ab 11:00 Uhr,
Gerasdorferstrasse 105, Wien

Wir fordern…
… Land denen die es bewirtschaften
(wollen)

… Ernährungs-, Saatgut- und
Landsouveränität

… das Recht auf kooperative, kollektive,
autonome, bedürfnisorientierte,
kleinbäuerliche Nahrungsmittelproduktion in Stadt und Land

… Stopp der Stadtverdichtung zulasten
selbstbestimmter Räume

…Mehr Gärten, mehr Sozialräume,
mehr Fahrräder und ihre Wege!

https://17april.blogsport.eu/

Infomaterial:

ANALYSEN UND PERSPEKTIVEN FÜR EINE NICHT-KAPITALISTISCHE LANDWIRSCHAFT

Der Reader “Widerstand ist fruchtbar. Analysen und Perspektiven für eine nicht-kapitalistische Landwirtschaft” beleuchtet verschiedene Facetten globaler Landwirtschaft – von Kämpfen um Land und Saatgut, über die Verwerfungen industrieller Landwirtschaft bis zu den weichenstellenden politischen Regulierungen. Außerdem werden verschiedene Konzepte und Kämpfe für eine andere Landwirtschaft vorgestellt. 79 Seiten

READER DES AKTIONSBÜNDNISSES GLOBALE LANDWIRTSCHAFT
ZUM G8 GIPFEL 2007
Download: http://attac-typo.heinlein-support.de/attac-typo3/archive/G8%20Heiligendamm/www.attac.de/heiligendamm07/media/text_dl/material/g8_agrar_reader_online.pdf

Workshop Dokumentation – Ernährungssouveränität
Ansätze im Umgang mit dem Konzept in Deutschland – Dokumentation eines in Berlin durchgeführten Workshops (12. April 2007)

»Diese Dokumentation bietet als Einstieg eine Übersicht über das Konzept der Ernährungssouveränität. Anhand von Beispielen aus der Praxis und Statements einiger Workshop-TeilnehmerInnen zum Konzept werden Ansätze der NGOs im Umgang mit Ernährungssouveränität skizziert.«
Download: http://www.germanwatch.org/handel/ernsouv07.htm

Reclaim the Fields – Bulletins

The Reclaim the Fields bulletins aims at facilitating the information transmission between the stars of the constellation, sharing the latest news and the current state of the process amongst the people or collectives already involved and allowing new people to catch up and join us, having at disposition the necessary background texts and a history of the debates.

Link: http://www.reclaimthefields.org/content/bulletins (there you can find also the print version)

Bulletin nº5, February 2012

Who are we?

Outcomes of the camp in Rosia Montana

Evaluation of the RtF tools
Reflection on the camp in Rosia Montana
This spring, headphones are the ‘in’ thing! (original in Spanish)

Follow-up from local groups

Le Sabot: Special Airport Rural Fight! (original in French)
Report from the 2nd French speaking gathering

Struggles Against Stupid Projects

Nuclear Power Plant Construction in Belarus
The Dam Plan in Portugal
Protest Against Mining in Turkey (original in German)

Peasant’s Struggles Beyond RtF

A European M ovement for Food Sovereignty (original in German)
Two Songs about the Diggers
Going Beyond our Backyards
Ecologist Struggles in Turkey

Download no5: http://www.reclaimthefields.org/sites/default/files/bulletin-rtf-5-en.pdf

Reader: Die Zeit ist reif für Ernährungssouveränität
Ernährungssouveränität. Reader zu den Aktionstagen an der Universität für Bodenkultur Wien am 8. und 9. Juni 2011.
http://www.viacampesina.at/cms/images/stories/Veranstaltungen/Veranstaltungen_andere_Anbieter/Reader_ES_Tage.pdf

Kleiner Film zu Ernährungssouveränität und GAP

Treffen und Workshop 03/2012

Liebe Garten Guerilla Wien,

bald soll es wieder grün werden in Wien, der Längenfeldgarten ist aufgetaut
und will bald bepflanzt werden! Also wer will kann schonmal anfangen daheim
vorzuziehen, bevor es uns nach draußen zieht, und wir pflanzen uns schonmal
Ideen!
Zum Start in die Saison gibts es für alle Guerilla Gardener, solche die es
werden wollen und alle die es noch interessiert nächsten Sonntag einen
Workshop inklusive Planungstreffen:

Guerilla Gardening – Einblicke und Übersicht
Seit den frühen 70ern grünt es in verschiedenen Großstädten weltweit.
Bewohner*innen eignen sich, ausgehend von unterschiedlichen Motivationen,
den öffentlichen Raum an und wandeln diesen in Gärten um. Seit dem hat sich
diese Bewegung ausgehend von NewYork zunehmend auf viele andere Städte der
westlichen Welt übertragen und zahlreiche Guerilla-Gärten, Projekte und
Community-gardens sind seitdem entstanden. Der Workshop gibt in einen
ersten Teil einen kurzen Einstieg über die historische Entwicklung von
GGardening, Motivationen von Aktivist*innen sowie über die angewandten
Methoden und Strategien. Dabei werden Fotos, Kurzfilme und Texte und
Audioaufnahmen verwendet. Im zweiten Teil soll es dann um die Erfahrungen
der anwesenden Personen, praktischen Wissensaustauch und konkreter Planung
von GuerilaGardening Aktivitäten für das Jahr 2012 gehen.
Nehmt bitte mit: Saatgut, usb-Stick oder externe Festplatte, Infomaterial
zum Thema, Fragen, Ideen, …
Dauer: ca. 2 1/2h (mit Pausen)
im PerpetuuMobile 2.3 – Geibelgasse 23, 1150 Wien
Beginn: 15h – kommt bitte pünktlich!
– im Anschluss an den Workshop gibt es wie jeden Sonntag Volxküche

Spread the word and spread the seeds!

die Gärtner*innen vom Längenfeld

GGardening in Wien

english version in work

GGardening in Wien – und kein Ende in Sicht!
Ein kleiner Überblick, aktuelles zum Längenfeldgarten und Ideen/Positionierungen zum freien Gärtnern in der Stadt.

GuerillaGardening in Wien soll Freiräume schaffen, gemeinsame Gestaltungsmöglichkeiten von öffentlichem Raum thematisieren, sowie klarerweise neue Gartenflächen erschließen. Wir wollen, dass diese von Anwohner*innen und Interessierten in Eigeninitiative genutzt und verwaltet werden können. Dabei ist es uns wichtig auch Zugänglichkeit zu öffentlichem Raum zu thematisieren, das heißt interkulturelle Orte zu schaffen, an denen Begegnung ohne Konsumzwang möglich ist.

Vier Jahre gibt es die Guerilla Gardening Gruppe im Netzwerk KuKuMA. Angefangen hat alles mit einer Reihe von Workshops und kleinen Aktionen zum Thema – inzwischen hat der “Guerilla“ Boom auch Wien erreicht und alles was irgendwie mit dem Thema zu tun hat wird begierig von den Medien aber auch wissenschaftlich in der einen oder anderen Form aufgegriffen.

2009 wurde in Zusammenarbeit mit Beteiligten der CARETAKER-Initaitive das Guerilla Gardening Netzwerk Wien als eigenständige Vernetzungsplattform für Guerilla Gardening Aktionen in Wien initiert. CARETAKER trägt mit der philosophischen Linie (solidarisch leben, acht geben auf den Umgang mit Ressourcen, teilen, kleiner ökologischer Fußabdruck, ökologisch und nachhaltig leben) gemeinsam mit anderen Initiativen aus dem dezentralen KuKuMA (=Kunst-, Kultur- und Medien Alternativen) Netzwerk dazu bei, dass die GGardening Idee sich weiterentwickeln und wachsen konnte. So wurde für viele Treffen (vor allem zur kalten Jahreszeit) das Kaleidoskop genutzt. Die ideelle Verbindung mit anderen (gegen)kulturellen Projekten schafft eine Perspektive die über das Gärtnerische hinausgeht. So ist GGardening auch klarerweise Teil der Platz-da!? Plattform, die versucht Stadt und damit verbundene Prozesse (wie Gentrifizierung, Verdrängungsprozesse oder Kommerzialisierung im öffentlichen Raum) in Wien zu thematisieren. Diese Zusammenhänge sollen auch in Zukunft nicht zerreißen, das Längenfeld und Ggardening stehen als eigene Projekte im Bezug zu KuKuMA, CARETAKER und Platz-da!?. Sie aus diesem Kontext zu lösen würde heißen sie aus den horizontalen Netzwerken zu reißen und isolierte Inseln zu erzeugen.

Guerrilla Gardening – was heißt das für uns?
In erste Linie bedeutet das für uns nicht erst nachzufragen ob öffentliche Flächen gestaltet werden dürfen, sondern selbst direkt aktiv zu werden. Grün heißt für uns nicht die Monotonie von Rasenfläche, sondern eine große Vielfalt an Nutzpflanzen, die nicht nur der Zierde dienen. Durch diese grünen Oasen sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie es auch in der Stadt möglich ist Lebensmittel für den Eigenbedarf zu produzieren. Wir wollen brachliegende Flächen und “tote” Plätze umgestalten, den Stadtbewohner*innen und uns selbst zurückgeben und ein Stück Natur in die Stadt holen sowie Gärten für alle schaffen. Langfristig wollen wir Konzepte entwickeln wie Städte selbst-versorgend und selbst-verwaltet funktionieren können.
Auf der erst kurzfristig begrünten Fläche beim Tüwi wird bald gebaut wenn nächstes Jahr das alte Gebäude dem geplanten Neubau (inkl. Tüwi „neu“) weichen wird. Auch die Flächen von zwei GuerillaGärten die wir begrünt haben sind heute bebaut. Der Garten in der Siebenbrunnengasse musste ebenso wie das von Wohnungslosen als Schlafplatz genutzte Gebäude dahinter weichen. Bagger, Planierraupen und LKW machten unsere kleinen Beete platt ebenso wie erste Kommunikationsschritte in Richtung der temporären Bewohner*innen des nun zerstörten Hauses. Die begrünte Baulücke in der Johnstraße konnte nur einige Wochen als Treffpunkt dienen ehe die schweren Baumaschinen dem großartigsten Mangold, den wir je gesehen haben, sowie dem Rest der Brache, samt schmackhaften und wilden Rucola, ein Ende bereiteten.
Eine weitere kurz von uns genutzte Brachfläche ist immer noch ein Parkplatz – auch der aggressive Eigentümer der Fläche am Margaretenplatz wird noch vorhanden sein. Der von uns mitbegrünte Garten beim besetzten Augartenspitz besteht ebenso noch wie der Längenfeldgarten über den es im weiteren Text vorrangig gehen wird.

Abgesehen von den langfristig begrünten Gärten haben wir in den letzten Jahren einiges an Inhalten vermittelt und an (Samen-)Material in der Stadt verteilt. Als Gruppe haben wir bei verschiedenen Festen, Aktionstagen und Treffen mit Workshops, Infoständen und Lectures rund um das Thema GGardening beigetragen. So waren wir 2009 mit in Linz als dort an der Donaulände das „Neuland“ entstand ebenso mit dabei wie beim Autofreien Tag, dem Südwindstraßenfest oder der Konferenz für Ernährungssouveränität in Krems 2011. Jedes Jahr im Frühling ziehen viele Menschen durch die Stadt und bestücken Grün- und Brachflächen mit Samenkugeln. Zu den vermehrt auftretenden Sonnenblumen, Hanfpflanzen und anderen Gewächsen, die versuchen ihren Platz zu behaupten haben wir sicherlich unseren Teil beigetragen.

Zum Längenfeldgarten und was er bewirkt:
Der Längenfeldgarten entwickelt sich zunehmend zu einem Ort der Begegnung und des produktiven sozialen Miteinanders. Eine steigende Anzahl an Menschen aus der Nachbarschaft interessiert sich für die Aktivitäten im Garten und hilft beispielsweise beim Gießen. Bisher wurden viele positive Rückmeldungen auf die neue Nutzbarmachung der Fläche an uns herangetragen.
Auch die Nutzer*innen des Sportplatzes und der Skate-Rampe zeigen größtenteils Interesse. Besonders positiv wurde die mehrsprachige Beschilderung des Komposthaufen, sowie Workshops für Kinder angenommen.
Wir bekommen zunehmend Rückmeldungen über unseren Blog von neuen Menschen, die
Interesse an selbst-organisiertem Schaffen von Gärten haben. Wir freuen uns über weitere Kontakte, aber auch über Sachspenden und Pflanzen.

Seit eineinhalb Jahren gibt es nun als Fix-Punkt in unserer Arbeit als urbane Gärtner*innen das Längenfeld. Der Garten bei der Längenfeldgasse entstand als wir uns durch die Zerstörung der anderen bisher genutzten Gärten nach einer neuen Fläche umsahen. Die ungenutzte Ecke in der sogenannten „Linse“ schien perfekt als Ergänzung zu dem bereits bestehenden Mini-Skatepark, den Basketballbereichen und den Bänken und Tischen, die von Vielen zum Abhängen genutzt werden. Im Gegensatz zu den früher genutzten (privaten) Flächen ist diese im Besitz der Stadt Wien (bzw. WienerLinien) was Hoffnung auf ein längerfristiges Bestehen des Gartens aufkommen ließ. Als eine Hand voll Leute haben wir dann gemeinsam mit anderen Menschen aus der nahen Umgebung, die ebenfalls Interesse hatten, den Garten gestartet.

Wie bei anderen Gärten geschah das nach unserer Philosophie als Guerilla Gärtner*innen ohne großartig nachzufragen oder bürokratische Wege zu gehen. Mit Spaten, Schaufeln und vorgezogenen Pflanzen begannen wir den ersten Teil der freien Fläche zu begrünen und in einen Garten umzuwandeln. Dabei blieben wir weitestgehend ungestört und sind es auch heute noch.

Von Reaktionen und öffentlichen Stellen:
Abgesehen von gelegentlichen Besuchen der lokalen Polizeistreife gab es bisher keinerlei Kontakt mit Behörden. Wir gehen davon aus, dass sowohl Bezirk als auch die Wiener Stadtgärten über die Nutzung Bescheid wissen (sie wurden von diversen Journalist*innen zu unseren Garten befragt). Von uns genutzte Flächen werden vom Stadtgartenamt nicht mehr gemäht. Der Längenfeld-Garten befindet sich somit unbürokratisch in seiner 2.Saison.

So weit so gut – und nun zum Ausblick:
Nach zwei intensiven Jahren möchten wir als Gruppe, die das Längenfeld bearbeitet, bespielt, mitgestaltet und organisatorisch begleitet hat, dies nun ab- und weitergeben. Viele von uns werden im nächsten Frühling nicht in Wien sein, haben andere Baustellen oder Lust auf neue Gärten und Aktionen. Da es schade wäre wenn der aktuelle Garten wieder zu einer einfachen Rasenfläche werden würde wollen wir aktiv dazu beitragen, dass sich auch nächstes Jahr Leute für den Garten verantwortlich fühlen. Deswegen wollen wir unser Wissen und unsere Erfahrungen weitergeben und würden uns auch wünschen wenn für uns wichtige Ansprüche weiter berücksichtigt werden.

Zu unseren Motivationen:
Wir sehen Natur und Stadt nicht als Widerspruch und finden das Pflanzen mehr als nur eine behübschende Rolle zukommen soll. Wir wollen versuchen Stadt als lebenswerten und selbstbestimmten, selbstgemachten Raum zu leben und eine Stadt „von unten“ zu gestalten, die für alle gleichermaßen öffentlich ist. Durch das gemeinsame Arbeiten wollen wir Menschen zusammenbringen und auch Spaß am Gärtnern haben. Durch unsere Aktionen und Projekte sollen kollektive Räume entstehen die nicht zwangsläufig der Logik von Eigentum folgen sollen. Als Zielgebiete stehen uns hierbei alle ungenutzen Flächen in der Stadt zur Verfügung ebenso wie Objekte die bebaut werden sollen oder mit denen spekuliert wird. In unseren Gärten sollen essbare Pflanzen aus biologischem und natürlichem Saatgut wachsen, wir wollen dadurch versuchen möglichst regionales und gutes Essen selbst zu machen, und das vom Samenkorn bis zur Gaumenfreude. Nicht zuletzt soll dabei der Raum für Utopien entstehen und andere Menschen motiviert werden selbst zu handeln.

Dabei versuchen wir verschiedene Grundsätze einzuhalten und durchzusetzen. Der Garten und die von uns gestalteten Projekte sollen offen für alle sein, auch ohne Vorwissen über Gärtnerisches oder Politisches sollen sich Menschen wohlfühlen, sowie Austausch und gegenseitiges Lernen möglich sein. Das heißt auch alle dürfen pflanzen, ernten, dabei sein, sich einbringen.
Wir sind uns dessen bewusst, dass es in unserer Gesellschaft Muster und Faktoren gibt die andere ausschließen und verletzten. Diese Muster werden tagtäglich von Medien, Politik und kulturellen Umgang reproduziert. Wir wissen, dass es schwer ist diese Muster zu bekämpfen und das was sie mit Menschen machen zu ändern. Dennoch wollen wir rassistisches, sexistisches, homophobes oder sonstig diskriminierendes Verhalten nicht dulden. Wer Grenzen von anderen verletzt oder Dinge wie ein „nein“ nicht respektieren kann hat bei uns oder in einen von uns besetzten Garten nichts zu suchen.
Kommerzielle Räume schließen aus – wir sind gegen Geld und den Zwang der damit verbunden ist, auch wollen wir uns nicht von öffentlichen Geldern (Förderungen, usw.) abhängig machen. Lieber finanzieren wir uns über freiwillige Spenden (gerne auch Sachspenden). Ein interkulturelles Miteinander ist für uns wichtig, wir glauben an eine Welt in der viele Welten platz haben und finden Integration (im Sinne von Zwangsanpassung) scheiße.
Wenn wir gemeinsam ein Projekt machen haben wir die Erfahrung gemacht, dass durch das Miteinander alles was gebraucht wird zusammenkommt. Jede*r soll und kann etwas einbringen – und das abseits von Leistungsdruck und dem Zwang zu funktionieren. Auch versuchen wir durch unser Projekt keine anderen Menschen oder Ressourcen zu schädigen. Wir kochen deswegen biologisch oder dumpstern, versuchen unsere Produkte direkt und regional zu beziehen, finden Gentechnik und Patente auf Nahrungsmittel und Saatgut ebenso ablehnenswert wie Lohndumping, schlechte Arbeitsbedingungen und Pestizide. Autos stinken und nehmen uns Lebensqualität, motorisierter Individualverkehr ist überflüssig und Parkplätze stehlen uns den Platz für Gärten (ach wie schade, dass Beton nicht brennt :)…
Für freie Flächen die Allen gehören – für CreativeCommons und die Allmende!

Zu unserem Verständnis als GuerillaGärtner*innen
Es soll grundsätzlich möglich sein Aktionen zu machen ohne dass nachgefragt werden muss. Wir agieren autonom und versuchen dabei Raum zu schaffen, der von vielen genutzt werden kann. Durch unsere Aktionen wollen wir Natur zurück in die Stadt tragen und Ressourcen für alle zugänglich machen. Zugang und Nutzung von Land soll nicht ein Privileg weniger sein, sondern die Möglichkeit aller.
Gegen eine Legalisierung von ehemaligen GuerillaGärten spricht nichts – solange dabei die jeweiligen Grundsätze erhalten werden und alle Beteiligten einverstanden sind. Die Legalisierung von Gärten hin zu Community Gardens kann eine langfristige Absicherung der Fläche bedeuten.
Mehrsprachigkeit ist wichtig um nicht nur sprachprivelegierte Bewohner*innen anzusprechen, auch wollen wir die Menschen die in der Umgebung von Gärten oder im Umfeld von Aktionen leben ansprechen. Das heißt wir verteilen Flyer in der Nachbarschaft und versuchen diese ebenso wie Texte und Aussendungen in verschiedene Sprachen zu übersetzen.
Wir wollen uns als freie Gärtner*innen nicht instrumentalisieren lassen. Mit Medien, die wir nicht mögen, werden wir nicht zusammenarbeiten, Parteien schließen wir als Kooperationspartner*innen ebenso aus wie starre Institutionen oder Gruppen, die uns vereinnahmen wollen.
Wir wollen gefragt werden wenn jemand von und Fotos oder sonstige Aufnahmen macht, auf unserem Blog werden keine Gesichter von uns zu finden sein.

Zur bisherigen Organisationsform:
Als GuerillaGärnter*innen verstehen wir uns als selbstbestimmter und unabhängiger (=autonomer) Zusammenschluss. Hierarchien sind ausschließend und erzeugen Eliten. Deswegen versuchen wir Organisationsformen zu finden, die ein gemeinsames Miteinander möglich machen. Für uns heißt das, dass wir keinen Verein oder formalisierte Strukturen (mit Anführer*innen, Vorsitzenden,…) brauchen um uns zu organisieren. Jede*r hat das dasselbe Stimmrecht, alle sollen zu Wort kommen können und Wissen gehört unter allen geteilt. Entscheidungen die alle betreffen werden in Übereinkunft (=Konsens) getroffen. Einwände sollten ernst genommen werden, wenn möglich aber an alternative Vorschläge gekoppelt werden. Wissen zu teilen heißt auch Passwörter weiterzugeben und Informationen zu teilen. Fähigkeiten wie Umgang mit Medien, Bearbeitung des Web-Blogs oder gärtnerisches Können gilt es zu vermitteln, wenn ein Mensch Interesse am jeweiligen Arbeitsfeld hat. Bei Treffen sollte es zudem immer Protokolle geben um auch für nicht anwesende Menschen transparent zu machen was passiert ist, auch macht es bei Diskussionen (und oft auch einfach so) Sinn Redner*innen Listen zu führen und die zu besprechenden Punkte zu sammeln sowie einen Zeitrahmen abzumachen. Wer sprechen will soll aufzeigen, die internationalen Handzeichen sind ebenfalls praktisch. Moderation und Protokoll soll niemals von derselben Person gemacht werden und die Aufgaben sollten von Treffen zu Treffen wechseln.

Um uns zu organisieren gibt es regelmäßige Treffen, bisher haben wir dabei das Praktische mit dem Organisatorischen verbunden und ab und zu extra Treffen für Theorie eingelegt. So gab es mehr oder weniger regelmäßig jeden Dienstag Gartentage an denen ab ca. 16h im Garten gearbeitet wurde und wir uns zu einen späteren Zeitpunkt zum Besprechen zusammengesetzt haben. Nett ist es immer auch wenn sich einige darum kümmern, dass etwas zu essen da ist – hungrig bespricht es sich schlecht. Zusätzlich zu den Treffen verwenden wir e-mail Verteilerinnen um Protokolle und Termine zu teilen sowie einen Web-Blog für allgemeine Infos.

Die kalte Jahreszeit haben wir bisher immer zum Planen und für Theoretisches verwendet. Der Winter bietet Zeit zum Anschauen von Filmen und Dokus, zum Schreiben von Texten und zum Planen der Gartenaktivitäten des nächsten Jahres. Je näher das Frühjahr kommt, desto regelmäßiger sollten Treffen wieder stattfinden, auch Ideen und Visionen zu konkretisieren, kann in dieser Zeit Motivation schaffen. Gerade in der Übergangszeit ist es gut bei Schlechtwetter einen zusätzlichen gut erreichbaren Raum zu haben. Im Sommer braucht es unbedingt einen Gießplan – das ist etwas, das in diesem Sommer verabsäumt wurde und sehr schlecht für den Garten war.

Informiert euch über Pflanzen, was essbar ist, organisiert Workshops die zum Thema passen im Garten, gestaltet die Umgebung und lasst das Projekt und den Garten wachsen.

Bis wir uns aus dem Garten zurückziehen gibt es noch einige Termine an denen wir vor Ort sein werden um unser Wissen und unsere Erfahrungen zu teilen sowie um Fragen zu beantworten und den Garten winterfest zu machen. Bis dann vielleicht 🙂

Widerstand ist fruchtbar!


Die nächsten GGardening Treffen im Längenfeld:
Dienstag der 11.10.2011 ab 16h
Dienstag der 25.10.2011 ab 16h

sonst gibt es Kontakt zu uns wie gehabt via:
ggardening [at] kukuma.info
http://ggardening.blogsport.eu

Mailinglisten:
https://lists.lnxnt.org/mailman/listinfo/ggardening
Für den Längenfeld-Garten gibt es eine eigene Liste:
https://lists.lnxnt.org/mailman/listinfo/ggarden-laengenfeld

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